Prächirurgische
Epilepsiediagnostik
und operative Epilepsietherapie
Zielgruppe:
- Patienten, bei denen die Möglichkeit eines epilepsiechirurgischen Eingriffs
abzuklären ist
Ausstattung:
- 3 Betten
(Einzelzimmer) für das präoperative Video-EEG-Intensiv-Monitoring
Beschreibung des Funktionsbereichs
Die
präoperative Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie
findet in Zusammenarbeit mit der neurochirurgischen
Abteilung der Charité, Campus Virchow Klinikum
in Berlin statt. Die prächirurgische Diagnostik und nachoperative
Versorgung erfolgt am Berliner Standort des Epilepsie-Zentrums
Berlin-Brandenburg, der epilepsiechirurgische Eingriff wird
im Charité Campus Virchow Klinikum durchgeführt.
Bindeglied der Kooperation sind gegenseitige Visiten.
Der Funktionsbereich hat
primär die Aufgabe, bei Patienten mit pharmakoresistenten fokalen Epilepsien
abzuklären, ob die Möglichkeit einer operativen Epilepsietherapie besteht.
Dies ist dann der Fall, wenn bei diesen Patienten nachgewiesen werden kann, dass
die bestehenden Anfälle von einem lokalisierbaren Ort im Gehirn ausgehen.
Um
eine solche genaue Lokalisationsdiagnostik zu erreichen, ist
es unter anderem notwendig, einige Anfälle bei diesen
Patienten zu erfassen. Hierzu werden die Patienten über
mehrere Tage in einem speziell dafür ausgestatteten Raum
kontinuierlich mit einer Video-Aufzeichnung und beständiger
EEG-Ableitung überwacht.
Hierfür stehen drei separate Räume
zur Verfügung, die der Erwachsenenstation
angegliedert sind. Die technische Ausstattung besteht aus
digitalen Ableiteplätzen mit zwei 64-Kanal- und einem
128-Kanal-Verstärker. Die lückenlose Video-Aufzeichnung
erfolgt tagsüber mit Farbkameras und nachts mit Infrarotkameras.
Für die kontinuierliche Überwachung der Patienten
und der notwendigen Anfallstestung sowie der Qualitätssicherung
des EEGs steht ein Team speziell ausgebildeter medizinisch
technischer Assistentinnen (MTA-F) rund um die Uhr zur Verfügung.
Neben der Diagnostik mit Standard-Oberflächenelektroden
stehen am Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg sämtliche
invasive diagnostische Möglichkeiten (semi-invasive Dübel-
und Foramen-Ovale-Elektroden, subdurale Netz- und Streifenelektroden
sowie Tiefenelektroden) zur Verfügung. Die endgültige
Entscheidung über eine Operationsindikation wird unter
Berücksichtigung weiterer Befunde (insbesondere bildgebender
Verfahren wie MRT, PET, SPECT) in einer interdisziplinären
Fallkonferenz getroffen.
Zur
langfristigen Stabilisierung des Behandlungserfolges werden
postoperativ regelmäßig Nachuntersuchungen durchgeführt.
Zudem wird eine postoperative Gesprächsgruppe angeboten,
zu der in regelmäßigen Abständen alle epilepsiechirurgisch
behandelten Patienten eingeladen werden.
Das Epilepsiechirurgieprogramm
ist an den Standards und Qualitätskriterien der unter Beteiligung des Epilepsie-Zentrums
Berlin-Brandenburg gegründeten Arbeitsgemeinschaft für prächirurgische
Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie ausgerichtet. Die Zahl der
Abklärungen und Eingriffe pro Jahr erlaubt den Erhalt der notwendigen Erfahrung.
Die beteiligten Teammitglieder (Epileptologe, Neurochirurg, Neuropsychologe, Radiologe,
MTA, Sozialwissenschaftler) erfüllen besondere Ausbildungskriterien (Zertifikate).
Ansprechpartner:
|