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Neuropsychologie


Beschreibung des Angebots:

Neuropsychologische UntersuchungUnter Neuropsychologie ist die Lehre vom Zusammenhang zwischen den geistigen Fähigkeiten und Eigenschaften des Menschen und den Hirnstrukturen, die diesen Eigenschaften zugrunde liegen, zu verstehen. Neuro steht dabei für Nerv – gemeint ist damit das Nervensystem, in erster Linie das Gehirn. Psycho steht für die Seele und das Gemüt, -logie ist eine Wortendung und bedeutet die Lehre von...

Neuropsychologen untersuchen den Zusammenhang zwischen psychischen Eigenschaften (Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit u.a.) und Erkrankungen des Nervensystems. Dies ist deshalb wichtig, weil die Darstellung der Krankheit im EEG oder in bildgebenden Verfahren noch nicht notwendigerweise etwas darüber aussagt, wie sehr eine Person durch die Erkrankung in ihrer geistigen Leistungsfähigkeit oder ihrer Persönlichkeit eingeschränkt wird. Dies kann von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Da auch die Epilepsien als Erkrankungen des Nervensystems zu verstehen sind, ist die Neuropsychologie ein notwendiger und unverzichtbarer Bestandteil des diagnostisch/therapeutischen Angebots des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg.

Die neuropsychologische Abteilung des Berliner Standorts des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg verfügt neben einer großen Anzahl von Standardverfahren zur neuropsychologischen Diagnostik auch über computergestützte Diagnose- und Therapieverfahren. Zu nennen ist die Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung (TAP) und das EEG-Bio-Feedbackgerät zum Erlernen der Regulierung von Hirnströmen durch den Patienten (s.u.)

Die Hauptaufgabe der neuropsychologischen Abteilung ist die genaue Einschätzung folgender Leistungsbereiche:

  • Intelligenz
    • allgemeine geistige Leistungsfähigkeit
    • Problemlösefähigkeit
  • Aufmerksamkeit
    • Wachheit
    • Reaktionsgeschwindigkeit
  • Konzentration
    • Fähigkeit zur Ausschaltung von unwichtigen Störreizen
    • Fähigkeit zur Zurückhaltung irrelevanter Handlungen
  • Sprache
    • Wortflüssigkeit
    • Sprachverständnis etc.
  • Lernen
    • Schnelligkeit beim Erlernen von sprachlichen oder figural-räumlichen Informationen
  • Gedächtnis
    • Kurzzeitgedächtnis (z.B. Telefonnummern kurzfristig merken)
    • Arbeitsgedächtnis (d.h. die Fähigkeit zum aktiven Umgang mit aktuellen Informationen)
    • Langzeitgedächtnis (Dinge nach einer halben Stunde oder nach einem Tag oder einer Woche erinnern)
  • Altgedächtnis
    • Erinnerungen aus den letzten Jahren oder der Kindheit
  • Visuokonstruktion
    • Fähigkeit, kompliziertere Formen und Muster zu erkennen und reproduzieren zu können
  • Motorische Leistungen
    • vor allem Hand-, Arm- und Fingerkoordination und Geschwindigkeit
  • Händigkeit
    • rechtshändig (dextral)
    • beidhändig (ambidextral)
    • linkshändig (sinistral)
  • Sprachlateralisierung
    • Welche Gehirnhälfte ist auf das Verarbeiten von Sprache spezialisiert?
  • Abgrenzung sprachrelevanter Gehirnbereiche
    • Zusammenarbeit mit den Neurologen bei der elektrischen Stimulation vor oder während epilepsiechirurgischer Eingriffe

 

Besprechung der UntersuchungsbefundeDie genannten Untersuchungen werden sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern durchgeführt. Neben der diagnostischen Tätigkeit bietet sich bei einigen wenigen Epilepsiepatienten auch die Möglichkeit zu einer neuropsychologisch fundierten Therapie der Epilepsie. Das verwendete Verfahren nennt sich EEG-Bio-Feedback.

EEG-Bio-Feedback

EEG steht dabei für Elektroencephalogramm. Elektro steht für kleinste Gehirnströme, die man von der Kopfhaut aus messen kann, encephalo steht für Gehirn und -gramm steht für eine Aufzeichnung der gemessenen Hirnströme als Linien und Kurven.

EEG-Bio-Feedback bedeutet, dass dem Patienten der Kurvenverlauf seiner eigenen Hirnströme über einen Bildschirm zurückgemeldet wird. Da wir normalerweise keine Empfindung für diese Ströme haben, entsteht nun die Möglichkeit, etwas bisher ungesteuertes unter die eigene willentliche Kontrolle zu bekommen. Dies ist nicht einfach und bedarf langen Trainings. Der erhoffte Erfolg ist dabei, dass mit wachsender Kontrolle über die Hirnströme auch ein nahender Anfall vom Patienten selber aufgehalten werden kann, wenn er ihn früh genug bemerkt.

Ansprechpartner

Ltd. Neuropsychologe:  Dr. rer. medic. Heinz Hättig
(Klinischer Neuropsychologe GNP)
Tel.: 030 / 5472-3540
Fax: 030 / 5472-3502
e-mail: h.haettig@keh-berlin.de
 
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Letzte Aktualisierung:  22.06.2010